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03Nov/17

Ein Trainingstag der besonderen Art

Zum fünften Mal in Folge gelang es Kreisbrandmeister Christian Hof, einen speziellen Trainingstag an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried für die Landkreisfeuerwehren zu bekommen. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf den Bereichen Gefahrgut und Bahnbetrieb. Acht Feuerwehren konnten mit sieben Einsatzfahrzeugen (ELW, LF, TLF, 2x RW, 2x Versorger, HLF) und 24 Teilnehmern zu diesem Trainingstag fahren. Zuvor wurden an einem Vorbereitungsabend bei der Feuerwehr Bernau die gesamten Feuerwehren zu einem einheitlichen gemeinsamen Übungszug zusammengestellt und kurz ausgebildet. Dabei standen das gegenseitige persönliche Kennenlernen, Kameradschaft, Fahrzeugkunde, Einsatztaktik sowie das einheitliche Auftreten am Übungstag im Mittelpunkt.

Der sehr straffe Ausbildungsplan umfasste acht verschiedene Einsatzübungen. Dabei wurden auch die neuen Begriffe der ABEK (Alarmierungsbekanntmachung der ILS Rosenheim) verwendet die seit Tagen in der Praxis verwendet werden. Die Feuerwehrschule Geretsried vergab für diese Aufgaben unterschiedliche digitale Funkgruppen an die Feuerwehreinheiten.

 

Einsatzlagen (Alarmfax) waren zum Beispiel:

Schlagwort: T2910 THL 3- VU- 1 oder 2 PKW, Person eingeklemmt

Lage: Unterfahrener Güterzug – PKW gegen Güterzug – 1x Person eingeklemmt auf Motorhaube – 3 Insassen im PKW verletzt

 

Schlagwort: A1817 ABC THL BIO/Chemie- Gefahrstoff- Gefahrstoff THL VU Chemie Zug

Lage: PKW gegen Kesselwagen der DB AG (Natriumlauge) – 1x Person eingeklemmt – Austritt Produkt – 1x Person BWL in Lokomotive

 

Schlagwort: A1214 – ABC 2 – Gefahrstoff/Gasaustritt im Freien

Lage: Gasaustritt aus Erdgasleitung

 

Schlagwort: Vorführung inklusive Einsatzübung klein

Lage: Austritt Erdgas im Gebäude – Funke – Gasexplosion

 

Schlagwort: A1310 – ABC 3 – Gefahrstoff/Austritt große Menge

Lage: Austritt – Produkt aus Heizölkesselwagen auf Industriegebiet

 

Schlagwort: T3613 – THL VU Flugzeug 2 – Luft-/Kleinflugzeug

Lage: Abgestürzter brennender Militärhubschrauber am Boden (2 Personen vermisst) – Kleinflugzeug (Cessna) im Baum (2 Pers. eingeklemmt)

 

Schlagwort: B1315 – Brand Gewerbe/Industrie – Lagerhalle

Lage: 2 Personen, davon eine Person am Dachfenster, Brand im 2. OG, Bahngleis neben Lagerhalle und Lagerbereich mit Gefahrgut

Schlagwort/Lage: 1x bewusstlose Person im Arbeitsbereich (Lager) mit radioaktiven Stoffen

 

Bei allen Übungen wurde der Schwerpunkt der Trainingsleiter auf das Abarbeiten der „Gefahrenmatrix“, der „GAMS“-Regel und dem „Regelkreis“ gelegt sowie deren Reihenfolge. Dabei standen die Menschenrettung mit einfachen Mitteln und der Eigenschutz der Einsatzkräfte im Vordergrund. Das richtige Zusammenarbeiten mit der Leitstelle (kurze, klare Lagemeldungen) sowie mit dem Rettungsdienst (z.B. Nachforderung von Rettungswägen – pro Person ein RTW mit grobem Verletzungsbild) sind von größter Bedeutung für die professionelle Abarbeitung eines Einsatzes. Die Grenzen beziehungsweise die Zuständigkeiten der Feuerwehr für Maßnahmen wurden den Führungs- und Mannschaftskräften in vielen Übungen aufgezeigt. Jeder Teilnehmer konnte alle Führungsaufgaben sowie Mannschaftsaufgaben bei diesen Übungen in Bezug auf die eigenen Bedürfnisse durchlaufen und viele Erkenntnisse gewinnen, die in den künftigen Ausbildungen vor Ort in den heimischen Feuerwehren verbreiten und umsetzen werden können.

Im Abschlussgespräch waren alle Teilnehmer sowie Ausbilder mit den erbrachten Leistungen sehr zufrieden. Wieder einmal zeigte der Landkreis Rosenheim, dass es möglich ist, mit den unterschiedlichsten Feuerwehren sowie Teilnehmerkreisen eine harmonische, kameradschaftliche, eingeschworene Gemeinschaft aufzubauen und entsprechend aufzutreten. Dies beeindruckte die Trainingsausbilder total, das sie es in dieser perfekten Form nicht kannten. Das „Wir-Gefühl“ ist und war auch an diesen Tag mehr als beeindruckend. Achteinhalb Stunden gaben diese Feuerwehreinheiten ihr bestes. Jeder war für den anderen da bis zur vollständigen Erschöpfung. Ein „nicht gehen“ oder „aufgeben“ gab es zu keiner Zeit. Es stellte sich auch wieder einmal heraus, dass es bei einem ABC- Schlagwort (ABC 2 und ABC 3) sinnvoll ist, wenn die erste anrückende Feuerwehreinheit (HLF oder LF) ihren Atemschutztrupp auf Anfahrt mit einem Schutzanzug (Form 2-Einwegschutzanzug) ausrüsten lässt.

Ein Funkkonzept für solche Einsatzlagen nach der Erstphase ist ebenfalls von großer Bedeutung. Die Verwendung von EX-Funkgeräten wäre ebenso sinnvoll wie in der Erstphase mit einfachen Mitteln die Gefahr zu stoppen, bis weitere Sonderfahrzeuge beziehungsweise Sondereinheiten und Fachpersonen eintreffen. Eine Erkundungsliste sowie eine Checkliste für Feuerwehren mit Messtechnik sollte mehr Anwendung finden. Mit diesen Kenntnissen ging ein gut 14-stündiger Ausbildungstag zu Ende. Wegen dem großen Interesse versuchen wir auch für 2018 einen Trainingstag an der Feuerwehrschule Geretsried zu bekommen. Auf Wunsch werden wir versuchen, den Schwerpunkt 2018/19 auf Gas-Einsatzlagen, Brandbekämpfung (Anwendung neue „Ampel- Regelung“), neue Antriebstechniken und Gefahrgut zu legen. Auch ein gemeinsamer Trainingstag mit den Fachbereichen Atemschutz und Gefahrgut/Schienenverkehr ist angedacht.

01Nov/17

24 Stunden wie bei der Berufsfeuerwehr

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr in Prutting wurde der 24 Stunden-Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren aus Leonhardspfunzen und Prutting heuer im Leonhardspfunzener Gerätehaus durchgeführt. Die Rahmenbedingungen waren perfekt – strahlender Sonnenschein, sommerliche Temperaturen und die Tatsache, soeben den letzten Schultag vor den Sommerferien hinter sich gebracht zu haben, trieb den Jugendlichen die Vorfreude ins Gesicht.

Die Übung begann mit einer kurzen Vorstellungsrunde zwischen den Jugendfeuerwehrlern und ihren Betreuern. Danach wurden das Nachtlager im Schulungsraum mittels Feldbetten und Schlafsäcken hergerichtet, die Einsatzkleidung in die Spinde gehängt und eine Fahrzeug- sowie Gerätekunde durchgeführt. Spätnachmittags ertönte dann zum ersten Mal der Alarmgong. Gemeldet wurde ein Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person in der Lackstraße. Sofort besetzten die Jugendlichen ihre zugeteilten Fahrzeuge und nach kurzer Anfahrzeit war die Einsatzstelle erreicht. Vor Ort wurden die verletzte Person im Fahrzeug erstversorgt und die Einsatzstelle sowie das verunglückte Fahrzeug gesichert. Unter Anleitung erfahrener Betreuer wurde die Person mittels Spreizer und Schere von den Jugendfeuerwehrlern schonend aus dem PKW befreit. Im Laufe des Einsatzes stellte sich heraus, dass eine unter Schock stehende Person in einem nahen Graben liegend gesichtet wurde. Diese konnte schließlich mittels Steckleiterteilen und Trage gerettet und erstversorgt werden. Continue reading

30Okt/17

Geräte zur Bahnerdung übergeben

Kurz vor der Umstellung auf die neue Alarmierungsbekanntmachung (ABEK) konnte die Deutsche Bahn, vertreten durch den Notfallmanager Alois Kölnberger, nun Gerätschaften zur Bahnerdung an die Feuerwehren aus Bad Endorf und Kolbermoor übergeben. Zuvor wurden die schriftlichen Dokumente von den beteiligten Personen – Kreisbrandrat Richard Schrank, Herr Wudy (Kommandant FF Kolbermoor) und Herr Kögl (Kommandant FF Bad Endorf) – unterzeichnet und im Anschluss auch gleich eine Kurzeinweisung an den Geräten vorgenommen.

Ab sofort kann bei Bedarf eine „Notfall-Erdung“ durch diese beiden Feuerwehren durchgeführt oder der Notfallmanager der DB AG bei einer Erdung unterstützt werden. Am 30. Juni 2017 wurden die Feuerwehren mit dem Stichwort „Brand Zug“ in Kiefersfelden alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gerätesätze „Bahnerdung“ bestellt, aber noch nicht ausgeliefert und deshalb wurden die berechtigten Bahnerdungs-Feuerwehren (Kolbermoor und Bad Endorf) noch nicht alarmiert. Ein Notfallmanager der DB AG war vor Ort und seine Bahnausrüstung wurde eingesetzt. Bei diesem Einsatz führte Kreisbrandrat Richard Schrank vor Ort als berechtigter „Bahnerder“ die erste Bahnerdung (im Landkreis Rosenheim) mit dem Notfallmanager der DB AG gemeinsam durch.

In diesem Jahr waren bis dato schon drei Bahneinsätze mit einer möglicherweise erforderlichen Bahnerdung im Landkreis zu bewältigen. Dies zeigt, wie wichtig dieses Aufgabengebiet „Bahnerdung“ ist und welche große Bedeutung es für den Einsatz hat. Bei einer Bahnerdung durch die Feuerwehr geht es „nur“ um den Fahrleitungsdraht (Oberleitung). Sonstige Erdungen wie beispielsweise an Bahnfahrzeugen, Speiseleitungen, etc. können von den Feuerwehren nicht durchgeführt werden. Eine Bahnerdung kann nur durchgeführt werden, wenn sich dies die jeweilige Fachperson zutraut. Ansonsten muss auf den jeweiligen Notfallmanager der DB AG gewartet werden. Diese Aufgabe ist sehr verantwortungsvoll und benötigt viel Übung. Hierfür wurden mittlerweile auch einige Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, zum Beispiel eine Oberleitungsübungsanlage.

27Okt/17

Neue Alarmierung für die „Bahn-Feuerwehren“ im Landkreis Rosenheim

Bei jedem Bahneinsatz ist die jeweilige Ortsfeuerwehr zuständig und führt die Einsatzleitung durch. Der Bereich „Bahnbetriebe“ ist in der heutigen Zeit sehr umfangreich und erfordert ein zusätzliches Spezialwissen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, haben Kreisbrandrat Richard Schrank und Fach-Kreisbrandmeister Christian Hof in enger Zusammenarbeit mit dem Notfallmanagement Rosenheim ein besonderes Ausbildungs- und Einsatzkonzept aufgestellt. Dabei wurden die Erfahrungen der vergangenen 18 Jahre im Bereich der Ausbildung und der verschiedenen Alltags- und Großschadenseinsätze mit den verschiedenen Bahnbetrieben ausgewertet.

Der Landkreis Rosenheim ist durch seine geografische Lage ein Landkreis mit vielen Besonderheiten, beispielsweise im Straßenverkehr, im Zugverkehr, usw. Wegen der verschiedenen Schnittpunkte und den Gefahren wurden in jedem Inspektionsbereich zusätzliche „Bahn-Feuerwehren“ und ein Kreisbrandmeister Gefahrgut mit der Sonderaufgabe „Bahnbetriebe“ ausgerüstet und aufgestellt.

 

Die Bahnfeuerwehren sind:

  • KBI Bereich 2 >> FF Attel-Reitmehring / FF Wasserburg
  • KBI Bereich 3 >> FF Bad Endorf
  • KBI Bereich 4 >> FF Degerndorf
  • KBI Bereich 5 >> FF Kolbermoor

 

Diese Feuerwehren werden bei bestimmten Einsatzstichwörtern (ABEK) automatisch alarmiert beziehungsweise können nachgefordert werden. Für den Bereich wurden die vorgegebenen knapp 30 Schlagwörter von den Kreisbrandräten der Stadt Rosenheim, des Landkreises Miesbach und des Landkreises Rosenheim mit ihren Fachexperten beplant und ein einheitliches Bahnkonzept aufgestellt. Jede Einheit fährt grundsätzlich mit einen Rüstwagen (RW) und einen Versorger (LKW mit Hebebühne) an. Diese bringen die vorgegebenen Einsatzgeräte für Bahneinsätze wie zum Beispiel Bahnrettungsplattformen (2 Stück), Schleifkorbtragen (2-5 Stück), Holzpaletten (4-8 Stück), Bahnschlüssel, Aufzug-Schlüssel DB, Informationsmappen oder Zu- und Wegekarten mit.

Bei den Sondereinsätzen „Oberleitung“ haben von den Feuerwehren aus Kolbermoor und Bad Endorf sowie einige der Mitglieder der Kreisbrandinspektion (gesamt ca. 30 Personen) die Möglichkeit, eine Bahnerdung („Notfall-Einsatz“) durchzuführen. Die beiden genannten Feuerwehren halten dafür jeweils einen Gerätesatz „Bahnerdung“ vor. Mit den Nachbarlandkreisen und Rosenheim ist ein einmalig durchdachtes System aufgestellt. Somit ist gewährleistet, dass zeitnah von jeder Einsatzstellen-Seite je eine Einheit „Bahnrettungsplattform“ sowie je eine Einheit „Bahnerdung“ zur Verfügung stehen. Dadurch ist ein „Hilfeleistungs-Netz Bahn“ über die Bahnstrecken im Landkreis gezogen und kann ohne Lücken schnell und schlagkräftig optimale Hilfe zur Verfügung stellen.

Wie wichtig dies ist, zeigten einige Einsätze 2017 vor der offiziellen Inbetriebnahme der neuen Alarmierung. Dies waren zum Beispiel die Einsatzmeldungen „Brand Güterzug mit Gefahrgut“, „Brand Personenzug“ (2x), „Brand Elektro-Lokomotive“, „Unwetter“ oder „Evakuierung eines Zuges“. Im Frühjahr legten einige Einsatzkräfte die Sonderschulung „Bahnerdung“ mit Erfolg ab. Kreisbrandrat Richard Schrank wirkte an dieser Schulung beziehungsweise am besonderen Aufgabenbereich mit. Dies ist für die Landkreisfeuerwehren von großer Bedeutung, da der Kreisbrandrat bei den meisten Einsätzen immer persönlich und schnell vor Ort ist.

Beim Brand der Elektrolokomotive im Bereich des Bahnhofs Kiefersfelden konnte er persönlich beim Eintreffen des Notfallmanagers der DB AG sofort eine Lagemeldung übermitteln. Bei der notwendigen Bahnerdung unterstützte er (erster Bahnerdungseinsatz im Landkreis Rosenheim nach der Ausbildung zum „Bahnerder“) den Notfallmanager und konnte sein fachliches Wissen und Können in der Praxis anwenden.

27Okt/17

Neues Fahrzeug-Quartett dank gezielter Kooperation

Ein absolut gelungenes Projekt: Vier Gemeinden im Landkreis Rosenheim hatten sich für die dadurch kostengünstigere Beschaffung neuer Hilfeleistungslöschfahrzeuge (HLF) zusammengeschlossen. Nach stets enger Abstimmung mit den ehrenamtlichen Verantwortlichen vor Ort konnten die Feuerwehren aus Aschau im Chiemgau, Au bei Bad Aibling, Pfaffing und Ramerberg kürzlich ihre neuen Einsatzfahrzeuge im Gesamtwert von knapp zwei Millionen Euro mit großer Freude in Empfang nehmen. Die dafür erforderliche europaweite Ausschreibung mit zahlreichen rechtlichen Auflagen wurde dankenswerterweise durch die Gemeinde Bad Feilnbach koordiniert. Nach Auslieferung durch die österreichische Firma Rosenbauer, welche am Ende den Zuschlag erhalten hatte, stehen die Fahrzeuge den vier Feuerwehren ab sofort für effektive Einsätze bei Bränden und technischen Hilfeleistungen zur Verfügung.

25Okt/17

Gefahrguteinheiten und Fachgruppen Gefahrgut gehen in Betrieb

Nach gut eineinhalb Jahren sind die neuen Gefahrguteinheiten und Fachexpertengruppen aufgestellt und ausgebildet. Im Durchschnitt übt jede Gefahrguteinheit mindestens viermal pro Jahr. In Zukunft sind Gemeinschaftsübungen mit den anderen Gefahrguteinheiten angedacht sowie pro Jahr eine Gemeinschaftsübung mit dem Gefahrgutzug und dem Strahlenschutzzug. Mit der neuen Alarmierungsbekanntmachung (ABEK) ab dem 9. Oktober 2017 werden bei verschiedenen Einsatzstichwörtern die Gefahrguteinheiten und/oder Fachexperten automatisch oder auch auf Nachforderung alarmiert.

Derzeit sind ca. 55 neue Schlagwörter im Fachbereich ABC vorgegeben, die von den Kreis- und Stadtbrandräten (Landkreis Miesbach, Stadt Rosenheim, Landkreis Rosenheim) mit ihren Kreisbrandmeistern für Gefahrgut geplant worden sind und somit ist ein einheitliches, praktisches, einfaches sowie abgestimmtes Alarmierungskonzept entstanden.

 

Pro Inspektionsbereich haben wir eine Gefahrguteinheit:

FF Attel-Reitmehring/FF Wasserburg (KBI-Bereich 2)

FF Prien/FF Bernau (KBI-Bereich 3)

FF Degerndorf/FF Oberaudorf/FF Kiefersfelden (KBI Bereich 4)

FF Bad Aibling/FF Heufeld (KBI-Bereich 5)

 

Diese Gefahrguteinheiten rücken beim Ernstfall mit den gleichen Fahrzeugen (z.B. ELW, LF, RW, usw.), den gleichen Geräten und Schutzkleidungen an. Somit können jederzeit von der Ortsfeuerwehr (Einsatzleitung) eine weitere Gefahrguteinheit oder Fachexperten angefordert werden. Der Gefahrgutbereich umfasst viele Sonderthemen wie beispielsweise Strahlenschutz, Bio, Kampfstoffe, Tierseuchen, ansteckungsgefährliche Krankheiten (Mensch), Gefahrgutmessungen, Dekontamination (drei verschiedene Stufen), etc. Um dieses Leistungsspektrum zu erfüllen, wurden von Kreisbrandmeister Gefahrgut/Bahnbetriebe, Christian Hof, Sondereinheiten und Fachexperten aufgestellt. Es muss dabei allen bewusst sein, dass sich in diesen Aufgabenbereich kein Fach-KBM, keine einzelnen Fachpersonen, usw. perfekt und überall auskennen können.

Nur gemeinsam mit den verschiedenen Facheinheiten und dem Fachwissen der verschiedenen Personenkreise und der einzelnen Feuerwehren kann diese verantwortungsvolle Aufgabe bewältigt werden. Die Kunst eines Fach-Kreisbrandmeisters besteht auch darin, die vorhandenen Ressourcen vor Ort sinnvoll zu nutzen und bei Bedarf richtig und schnell einzusetzen. Dafür wird auch in Zukunft eure Unterstützung wie in den letzten Jahrzehnten unbedingt benötigt.

Reichen diese Gefahrguteinheiten und Fachspezialisten nicht aus, können die Gefahrgutzüge der Städte Rosenheim, Kufstein, etc. jederzeit angefordert werden. Ein weiteres Angebot der Chemieindustrie sind die TUIS- Einheiten oder andere private Spezialeinheiten. Es wird eng mit diesen Einheiten zusammengearbeitet und sie können bei Bedarf zeitnah angefordert werden. In Zukunft wird noch viel Zeit und Training notwendig sein, um allen Anforderungen gerecht werden zu können. In bestimmten Bereichen soll nichts überstürzt werden und deshalb benötigen wir Zeit. Einer dieser Bereiche ist beispielsweise die „Dekonstufe 3“. Derzeit werden verschiedene Konzepte ausgearbeitet und mit allen BOS-Organisationen sowie Behörden Gespräche geführt, wie diese Aufgabe in kurzer Zeit einfach und praktisch nach dem Motto „Gemeinsam sind wir unschlagbar“ umgesetzt werden kann.

06Okt/17

Neue Übungsmöglichkeiten zur Bahnerdung

Alle zwei Jahre muss die Befähigung zum Bahnerden unter der fachmännischen Aufsicht der Deutschen Bahn erneuert werden. Damit alle betroffenen Feuerwehren im Landkreis Rosenheim nicht nur alle zwei Jahre die entsprechenden Gerätschaften in der Hand haben, bietet das Notfallmanagement der DB AG Rosenheim die praktische Möglichkeit, am Bahnhof Rosenheim auf einem elektrifizierten Nebengleis unter Aufsicht von Notfallmanager Alois Kölnberger an zwei verschiedenen Terminen pro Jahr eine Zusatzschulung durchzuführen. Somit kann gewährleistet werden, jedes befähigte Feuerwehrmitglied einmal jährlich eine Bahnerdung durchgeführt hat. Kürzlich konnten nun entsprechende Übungsmodelle an die Feuerwehren übergeben werden, die sie dann beweglich oder fest an Ihren Feuerwehrgerätehäusern anbringen können.

Diese Tätigkeiten werden vom Feuerwehr-Bahnausbilderteam, zu welchem Alois Kölnberger, Stefan Sachmann und Kreisbrandmeister Christian Hof zählen, überwacht und dokumentiert. Das Gleisbau- und Oberleitungsteam der Bezirksgruppe Rosenheim hat auf Wunsch von Christian Hof und den Bahnerdungsfeuerwehren kostenlos eine kleine originalgetreue Gleisanlage mit Oberleitung für die Bahnfeuerwehren (Kolbermoor, Bad Endorf) gebaut. Auf Wunsch der Feuerwehren wurden die Details so umgesetzt, dass diese Übungsanlage an der Feuerwache jeder Zeit an- und abgebaut werden kann, sowie beispielsweise an einen Lichtmast oder an eine Drehleiter. Wichtig dabei ist, dass der Fahrleitungsdraht (Oberleitung) 5,50 Meter über dem Gleismodell angebracht wird, damit das Ein- und Aushängen der Prüfstange und der Erdungsstangen realistisch sowie eigenständig geübt werden kann.

Diese Idee und ihre Umsetzung sind unter anderem den Bahnmitarbeitern Michael Müller und Johannes Heimrat sowie Alois Kölnberger zu verdanken.

06Okt/17

Besondere Auszeichnung für herausragende Leistungen

Das Steckkreuz ist die höchste Auszeichnung, die im bayerischen Feuerwehrwesen verliehen werden kann. Oberbayerns Regierungspräsidentin Brigitta Brunner persönlich heftete das golden gefasste, schlanke Kreuz mit diagonal verlaufenden roten Flammen und dem kleinen bayerischen Staatswappen in der Mitte an die Uniformjacken von zehn verdienten Feuerwehrmännern aus ganz Oberbayern, darunter aus dem Landkreis Rosenheim Kreisbrandrat Richard Schrank und Kreisbrandmeister Max Goldbrunner. Continue reading

05Okt/17

Gefahrgut kennt keine Grenzen

Im Landkreis Rosenheim gibt es derzeit vier Berufs-Chemiker, die Kreisbrandmeister Christian Hof zu einer Speziallistengruppe zusammenführte und die nun für Gefahrguteinsätze jederzeit alarmiert werden können. Sie stehen für die Landkreis-Gefahrgutausbildung ebenfalls stets zur Verfügung. Derzeit arbeiten sie gemeinsam verschiedene Hilfestellungsangebote beziehungsweise Checklisten für die Feuerwehren aus. Unsere Chemiker-Gruppe und der Kreisbrandmeister arbeiten schon gut ein Jahr mit einem hochrangigen Spezialisten aus Österreich von der Betriebsfeuerwehr der Firma Sandoz (TUIS-Feuerwehr Österreich) auf modernen Kommunikationswegen untereinander eng zusammen. Der wichtige persönliche Kontakt vor Ort fand nun kürzlich wieder im Rahmen eines mehrstündigen Gedankenaustauschs aus.

Die ehemaligen „Grenzfeuerwehren“ aus Kiefersfelden und Oberaudorf arbeiten seit einigen Jahren verstärkt mit der Feuerwehr Kufstein und der Betriebsfeuerwehr Kundl zusammen. Durch diese Kontakte sowie gegenseitiges Kennenlernen war es möglich, für den Bereich Inntal einen weiteren Gefahrgutspeziallisten zu gewinnen. Die Betriebsfeuerwehr Kundl kann auf 64 Jahre Erfahrung mit chemischen Stoffen zurückblicken. Manfred Holzer ist Kommandant, Feuerwehrschulausbilder, Ansprechpartner der TUIS-Feuerwehr und zudem der Landeschemiker der Feuerwehren Österreichs. Zusammen mit seinem Stellvertreter Christian Seebacher wird er oft zur Hilfe bei Gefahrguteinsätzen in Österreich – beispielsweise auf der Brenner-Autobahn – gerufen.

Diese hohe fachliche Kompetenz ist für die enge Zusammenarbeit zwischen Tirol und Bayern von großer Bedeutung. Das Gefahrgutkonzept im Landkreis Rosenheim berücksichtigt diese Fachspezialisten beziehungsweise die TUIS-Feuerwehr in ihrem Einsatzkonzept der jeweiligen Gefahrguteinheiten. Diese TUIS-Feuerwehr ist in groben Zügen mit der TUIS-Feuerwehr von Wacker in Burghausen – in Bezug auf die Gefahrstoffe – zu vergleichen. Bei einigen Gefahrgutstoffen sind sie bei einer möglichen Hilfeanforderung über TUIS auch für den Landkreis Rosenheim zuständig.

Die TUIS-Feuerwehr Kundl hält sehr große Mengen an Sonderlöschmittelschaum bereit, der auf Fahrzeugen und in IBC-Behältern jederzeit von Sonderfahrzeugen an die Einsatzstelle gebracht werden kann. Ein GTLF (4200 Liter Wasser, 4200 Liter Schaum, Wasserwerfer mit einer Wurfweite von 100 Metern) gehört zu den Grundfahrzeugen, die zur Verfügung gestellt werden können. Das Kranfahrzeug, aufgebaut auf einen LKW, transportiert zwölf IBC-Behälter. Es besitzt einen Arbeitskran mit einer Arbeitsbühne oder einen angebrachten Kran-Wasserwerfer mit einem Durchlauf von 1600 Litern pro Minute. Dieses Fahrzeug eignet sich besonders für schwierige Brandfälle, da mit einer Fernsteuerung optimale Eigenschutzmaßnahmen getroffen sowie Spezialbrände mit dem Kran von oben beziehungsweise aus allen Richtungen gelöscht werden können. Er wird auch bei Gebäudebränden gerne eingesetzt.

Auf dem Firmengelände stehen weitere IBC-Behälter sowie ein Spezialcontainer, mit dem zum Beispiel Chlorgasbehälter mittels Luftwäscher sicher abgeströmt und damit entleert werden können, auf Abruf bereit. Ein großes Lager an Spezialbindemittel ist ebenfalls vorhanden. Alle diese Erkenntnisse können bei Gefahrgut-Sonderlagen jederzeit eine große Bedeutung haben. 2018 ist ein Trainingstag bei der Betriebsfeuerwehr Kundl geplant und für die Zukunft sind weitere gemeinsame Schulungen und Übungen im ehemaligen Grenzgebiet angedacht.

28Sep/17

Höhepunkt der Jugendfeuerwehr-Karriere

Neun Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus Beyharting und Schönau legten kürzlich die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr mit Erfolg ab. Das anspruchsvollste Abzeichen im Rahmen der Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses erforderte Fachwissen und körperliche Fitness.

So musste neben dem fehlerfreien Aufbau eines typischen Löschangriffs auch eine Schnelligkeitsübung mit dem Ausrollen von Feuerwehrschläuchen absolviert werden. Darüber hinaus standen die Beantwortung von Fragen, ein Staffellauf sowie Kugelstoßen auf dem Programm. Continue reading